Petersilie: Ein Ausbund an Geschmack und Vitalstoffen

Die Petersilie ist bei uns das am häufigsten verwendete Kraut. Zu Recht. Denn sie ist in der Küche ebenso vielseitig wie wohlschmeckend und zudem äußerst gesund. Und nicht nur die Deutschen schätzen die Petersilie – in vielen Küchen der Welt ist sie anzutreffen. 

Petersilie und Pepperoni pixabay pepperoni-3466 640

Dr. phil. Kerstin Engels

Wer kennt sie nicht, die grüne allgegenwärtige Petersilie. Sie gehört als Deko zu jedem Buffet, ist im Kräuterquark, auf belegten Brötchen und in zahllosen Suppen, Saucen und Würzmischungen.

Kaum eine Küche in Deutschland, in der sie nicht zu finden ist, ob frisch oder tiefgekühlt. Mancherorts hat die Petersilie auch noch weitere, teils etwas schräge Namen, wie Silk, Bittersilche, oder Grönte. Auch nur leichte regionale Abwandlungen des Namens gibt es, wie Peterle und Peterling.

Petersilie in der Küche

In der Küche wird sowohl die glatte als auch die krause Petersilie verwendet. Krause Petersilie ist milder und spielt als Dekoration eine größere Rolle. Für ein kräftigeres Aroma wird die glatte Petersilie bevorzugt. Die frischen Blätter kommen in vielen Gerichten gehackt zum Einsatz, beispielsweise zu Kartoffeln oder Fisch. Als Würzmittel bilden Petersilienstängel zusammen mit anderen Kräutern und aromatischen Gemüsen die Grundlage für Suppen und Saucen, so im typischen Suppengrün oder in Kräutersträußen, dem "Bouquet garni". Auch in anderen klassischen Kräutermischungen, wie den französischen Fines Herbes oder der Frankfurter Grünen Sauce, darf Petersilie nicht fehlen.

Die mediterrane und orientalische Küche hat ebenfalls leckere Petersilienzubereitungen zu bieten. Nehmen wir etwa die arabische Taboulé – ein Petersilien-Bulgur-Salat, der zu den Klassikern unter den Vorspeisen zählt. Aus Norditalien wiederum stammt die Würzmischung Gremolata. Sie besteht im Original aus Petersilie, geriebener Zitronenschale und Knoblauch und wurde dort ursprünglich über Ossobuco (Kalbshaxe) oder Fisch gestreut, schmeckt aber auch zu vielen Gemüsegerichten exzellent.

Außer dem Kraut gibt es noch die würzige Petersilienwurzel. Auch sie ist ein klassischer Bestandteil in vielen Gerichten. So ist Petersilienwurzel ein typisches Gewürz für Suppen oder Fisch, das mitgegart bzw. gekocht wird und den Speisen dabei eine ganz eigene Note verleiht.

Warum ist Petersilie so gesund?

Petersilie ist als Küchengewürz eine Bereicherung, nicht nur wegen ihres einzigartigen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe. Dazu zählen verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Eisen oder Kalium. Petersilie enthält zudem mehr Fluor als andere Kräuter.

Und das Kraut ist eine sehr gute Vitaminquelle. Beispielsweise liefert Petersilie dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen, außerdem besonders viel Vitamin K, und Beta-Carotin, die pflanzliche Vorstufe des Vitamin A. Wertvoll ist Petersilie außerdem wegen eines hohen Anteils an Folsäure.

Petersilie als traditionelles Heilkraut

Schon in der Antike war Petersilie als Heilkraut bekannt. Die Volksmedizin schreibt ihr seit Jahrhunderten blutreinigende und harntreibende Wirkungen zu.

Aus den Wurzeln wird traditionell ein Sud zur Entwässerung bereitet. Bewährt ist sie auch als Hausmittel gegen Mückenstiche. Die frischen Blätter werden einfach auf der Haut zerrieben, um den Juckreiz zu lindern. Häufig kommen Petersilienblätter auch als Mittel gegen Mundgeruch zum Einsatz – dazu zerkaut man sie einfach.

Traditionell gilt die Petersilie außerdem als Mittel zur Unterstützung bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden. Der Grund sind Phytoöstrogene, also hormonähnliche Pflanzenstoffe, von denen in der Pflanze recht viel nachgewiesen wurden.

Die in der Petersilie enthaltenen ätherischen Öle Apiol und Myristicin waren außerdem schon im Mittelalter als Abtreibungsmittel bekannt: Sie können bewirken, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Relevante Mengen davon sind vor allem in den Samen der Petersilie enthalten, daneben in der Petersilienwurzel, im Kraut dagegen deutlich weniger. Schwangeren wird daher empfohlen, keine größeren Mengen Petersilienwurzel zu essen.

Petersilie: Genuss nicht übertreiben

Grundsätzlich ist Petersilie zwar als Bereicherung des Speiseplans äußerst gesund, sollte aber trotzdem nicht dauerhaft in sehr großen Mengen gegessen werden. Denn sie enthält unter anderem das schwach giftige Apiol, das in hohen Dosen auch Leber und Nieren reizen kann. Zudem ist die Wurzel recht nitratreich und häufig mit Pestiziden belastet, jedenfalls wenn das Gewächs aus konventionellem Anbau stammt.

Ein weiterer Aspekt: Zu den Stoffen in der Petersilie gehören auch Cumarine. Sie können zum Beispiel die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Und wenig bekannt ist zudem: Allergien gegen Petersilie sind relativ verbreitet.

Ein maßvoller Genuss ist jedoch - abgesehen von den Allergikern - in jedem Fall ein Gewinn.


Quellen und Links:

Jekka McVicar: Kräuter – der große Kräuterführer, München 2013.

www.bio-gaertner.de

Jörg Zittlau: Turbo-Petersilie und Power-Schnittlauch, www.welt.de (27.04.07) 

 

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