Granatapfel: Powerfrucht aus dem Orient

Der Granatapfel gilt als Symbol der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Unsterblichkeit. Im Christentum symbolisierte er die Einheit der Kirche und in weltlichen Belangen war er ein Zeichen für Macht. Diese starken Sinndeutungen des Granatapfels sind kein Wunder, denn seine Heilkräfte waren schon in den alten Kulturen bekannt und werden heutzutage mehr und mehr wiederentdeckt. Doch welche Wirkungen sind es, auf die Naturheilkundler ebenso wie Hollywood-Stars und zunehmend auch die Schulmedizin setzen?

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GranatapfelkerneZugeschrieben wird dem Granatapfel viel Gutes: Er soll sich positiv auswirken bei Verdauungsproblemen ebenso wie Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkerkrankungen. Erforscht wird inzwischen sogar seine Wirksamkeit als ein Mittel gegen Krebs. Und nicht zuletzt gelten Granatäpfel als effektives Anti-Aging-Mittel.

Was macht den Granatapfel so gesund?

Im blutroten Inneren der Früchte gibt es eine Vielzahl gesundheitsfördernder Stoffe. Dazu zählen nicht nur Mineralstoffe, etwa Kalium und Calcium, Vitamin C und Spurenelemente, wie Zink oder Selen. Die Besonderheit des Granatapfels ist vor allem sein hoher Anteil an diversen Polyphenolen, von denen er mehr enthält als grüner Tee oder Rotwein.

Zu den Polyphenolen gehören verschiedene bioaktive Substanzen, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die die Zellen im Körper mit ihrer starken antioxidativen Wirkung vor freien Radikalen und schädigenden Einflüssen schützen. Damit können sie nicht nur Alterungsprozesse verlangsamen, sondern wirken auch entzündungshemmend, schützen das Herz-Kreislauf-System und senken das Krebsrisiko. 

Welche positiven Effekte haben die Stoffe im Granatapfel?

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Der hohe Anteil von Polyphenolen gilt vielen Berichten zufolge als eine Art Wunderwaffe. Mittlerweile gibt es auch zu möglichen Heilwirkungen des Granatapfels eine wachsende Zahl von medizinischen Studien mit teils vielversprechenden Ergebnissen. Allerdings sind die Ergebnisse in der klinischen Forschung bislang noch nicht sehr weitreichend. 

Anti-Aging

Polyphenole, von denen im Granatapfel besonders viele vorhanden sind, verlangsamen den Alterungsprozess. Sie wirken als Antioxidantien, das heißt sie machen aggressive Stoffe unschädlich, die Körperzellen angreifen und zerstören. Auf diese Weise bewirken Polyphenole einen Zellschutz.

Doch nicht nur von innen – auch von außen soll der Granapfel schön machen. Die Kosmetikindustrie hat inzwischen zahlreiche Produkte auf den Markt gebracht, die die antioxidative Schutzwirkung der roten Kerne auch für die Hauptpflege einsetzen. Sie sollen ihre Wirkung zum Beispiel entfalten als Granatapfelcreme für die Haut, in Hautölen oder auch als Shampoo. Selbst als Pflegezusatz im Geschirrspülmittel finden Granatäpfel zum Beispiel Verwendung.

Verdauung und Immunsystem

In Granatäpfeln ist ein hoher Anteil an Bitterstoffen enthalten, die sich günstig bei Verdauungsproblemen auswirken. Bitterstoffe in der Nahrung – die aus den modernen Lebensmitteln weitgehend herausgezüchtet worden sind – sorgen für eine gute Darmflora und ein starkes Immunsystem.

Ein Mittel gegen Krebs?

Große Hoffnungen entstanden seit einigen Jahren durch eine größere Anzahl von Studien zur Wirkung von Granatäpfeln bei einigen Krebserkrankungen. Die bisherigen Ergebnisse deuten auf positive Effekte der Polyhenole hin. Bei Prostatakrebs ließ sich beispielsweise das Wachstum der Karzinome durch den täglichen Genuss von Granatapfelsaft hemmen. Auch bei anderen Krebsarten, wie Darm- oder Brustkrebs zeigten sich positive Auswirkungen der Polyphenole – wenn auch bisher nur in Tierversuchen. Solche Ergebnisse machen den Genuss von Granatäpfeln natürlich nicht zum Ersatz für eine Krebstherapie – als Unterstützung oder auch zur Stärkung und Vorbeugung vor bösartigen Erkrankungen scheint diese Frucht jedoch besonders gut geeignet zu sein.

Granatapfel aufgeschnitten

Chronische Entzündungen

Die sekundären Pflanzenstoffe in Granatäpfeln scheinen auch als Entzündungshemmer zu funktionieren – ein Effekt den schon die traditionelle indische Ayurveda-Medizin genutzt hat. Eine Studie konnte etwa eine positive Wirkung auf chronische Gelenkentzündungen belegen. Entzündungsstoffe im Blut wurden durch die Antioxidantien im Granatapfel eindeutig gesenkt.

Stärkung von Herz und Kreislauf

Untersucht wurde auch die Wirkung der Inhaltsstoffe im Granatapfel in Bezug auf Cholesterin, Stoffwechsel und das Herzkreislauf-System. Demnach reduziert Granatapfelsaft die Oxidation des „schlechten Cholesterins" (LDL: Low Density Lipoprotein). Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von Granatapfelsaft das Risiko von Ablagerungen an Blutgefäßen und damit Gefahr einer Arteriosklerose senken kann. Der gefürchteten Hauptursache für den Herzinfarkt und für Schlaganfälle wirken die antioxidative Effekte somit ebenfalls entgegen. Günstig kann sich verschiedenen Untersuchungen zufolge der Granatapfel auch auf zu hohen Blutdruck sowie auf die Durchblutung des Herzmuskels auswirken.

Antibiotische Eigenschaft

Vielen Inhaltsstoffen des Granatapfels (Tannine, Ellagitannine und Phenolsäuren) werden antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben. Studien konnten die Wirksamkeit dieser Stoffe gegen Bakterien, Pilze, Amöben und auch den Malariaerreger Plasmodium falciparum zeigen. Auch die Zahl der Bakterien im Zahnbelag ließ sich durch Granatapfelextrakte massiv senken, was sich inzwischen auch Hersteller von Mundpflegeprodukten zunutze gemacht haben.

Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren

Im Jahr 2004 erschien eine Studie japanischer Forscher, die nachwies, dass die Bestandteile von Granatäpfeln bei Frauen unerwünschte Effekte in der Menopause mindern können. Dazu zählten sowohl eine antidepressive Wirkung als auch ein geringerer Knochenabbau. Für diese Effekte werden pflanzliche Hormone in den Granatapfelkernen verantwortlich gemacht, bei denen eine leicht östrogenartige Wirkung angenommen wird. Auch bei Wechseljahresproblemen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen gelten Granatapfelextrakte inzwischen schon als ein klassisches Mittel.

Wissenswertes zum Granatapfel

Blüten des GranatapfelbaumsDie Antike kannte und verehrte den Granatapfel genauso wie der alte Orient. Die Frucht wächst auf Bäumen und stammt aus südlichen Regionen, die sich vom Mittelmeerraum bis nach Asien erstrecken. Der Großteil der Früchte im weltweiten Handel stammt aus Indien oder Iran. Die intensiven Farbstoffe wurden lange Zeit zum Färben von Teppichen und als Tinte genutzt.

Punica granatum, wie die Römer den Granatapfel nannten, wird bei uns heutzutage als fruchtig-exotische Salat- oder Dessertzutat geschätzt. Und würzigen Gerichten mit orientalischer Note geben einige Granatapfelkerne oft erst den letzten Pfiff. Sein aromatischer Saft ist nicht nur als Sirup unentbehrlich in vielen Cocktails wie Tequila Sunrise. Vor allem pur, möglichst nicht als Konzentrat sondern am besten als nach dem Pressen direkt abgefüllter „Muttersaft" ist er ein Genuss und enthält alle wirksamen Substanzen aus den Granatapfelkernen.

Im Handel erhältlich sind neben den köstlichen ganzen Früchten auch Säfte in unterschiedlicher Qualität sowie Extrakte, beispielsweise in Kapselform, die teilweise auch andere gesundheitsfördernde Bestandteile des Granatapfels, beispielsweise aus der Schale enthalten.

Bildnachweise: LoggaWiggler/pixabay, Lebensmittelfotos/pixabay, Fruchthandel_Magazin/pixabay, sarangib/pixabay 

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