Schlafstörungen schaden der Gesundheit

Dr. phil. Kerstin Engels

Wer zu wenig oder schlecht schläft, merkt deutlich, wie wichtig der Schlaf für Gesundheit und Wohlbefinden ist: Schlafstörungen können sich als Abgeschlagenheit, Energiemangel, Reizbarkeit oder in anderen Formen von Unwohlsein äußern.

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HalbmondDer Grund ist, dass viele lebenswichtige Prozesse im Körper und speziell im Gehirn während des Schlafs ablaufen.

Und auch wenn die Rolle des Schlafs noch längst nicht umfassend geklärt ist, gibt es doch schon eine Reihe von Forschungsergebnissen zu den Folgen von Schlafstörungen.

  • Während des Schlafs werden mehr Zellhormone produziert, die für die Abwehr von Infektionen durch das Immunsystem wichtig sind. Zu wenig Schlaf und steigert daher die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.
  • Durch Schlafstörungen sinkt die geistige Leistungsfähigkeit. In Studien wurde gezeigt, dass die Leistungen in Bezug auf Lernen und Gedächtnis durch Schlafmangel deutlich abnehmen.
  • Wahrscheinlich schädigt jahrelanger Schlafmangel das Gehirn. Forscher vermuten, dass Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer durch chronische Schlafstörungen begünstigt werden.
  • Im Schlaf sinkt der Blutdruck und so wird der Kreislauf entlastet. Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, sind daher anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herz-Rhythmus-Störungen.
  • Zu wenig Schlaf stört das Gleichgewicht bei der Insulinproduktion und steigert daher das Diabetes-Risiko.
  • Auch auf die Sexualhormone können sich Schlafstörungen ungünstig auswirken. Frauen mit Schlafmangel werden weniger leicht schwanger und haben ein höheres Fehlgeburtenrisiko.

Gründe für Schlafstörungen

Schlafstörungen können viele Ursachen haben. Gründe für Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen sind häufig zum Beispiel starke Belastungen und Stress.

Auch körperliche Erkrankungen, Atemprobleme, Schmerzen oder psychische Störungen können den Schlaf stark beeinträchtigen.

Als ungünstige Einflüsse bei Schlafproblemen kommen daneben äußerliche Faktoren in Frage, wie die Gestaltung des Schlafzimmers, eine zu harte oder zu weiche Matratze, eine falsche Raumtemperatur oder auch Störungen durch Lärm und Geräusche.

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Schlaflosigkeit kann außerdem durch unregelmäßige Schlaf-Wach-Rhythmen entstehen, etwa durch Schichtarbeit oder häufiges Reisen in verschiedenen Zeitzonen („Jet-Lag“).

Und nicht zuletzt können sich eine falsche Ernährung und Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Koffein negativ auf die Schlafqualität auswirken.

Daneben sind eine Reihe von Störungen und Symptomen bekannt, die den Schlaf stark beeinträchtigen.

Dazu zählt zum Beispiel die sogenannte Schlafapnoe. Dabei handelt es sich um Atemstillstände während des Schlafs, die verschiedene Ursachen haben können. Die Atemstillstände führen dazu, dass der Schlafende immer wieder aufwacht.

Eine andere Erkrankung ist das Restless-Legs-Syndrom, was soviel wie "unruhige Beine" bedeutet. Dies geht mit mit unangenehmen Empfindungen, Kribbeln oder Bewegungsdrang in den Gliedmaßen einher. Menschen, die unter diesen Symptomen leiden, haben zumeist auch große Schlafprobleme.

Fazit

Schlafstörungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie senken nicht nur die Lebensqualität, sondern schaden der Gesundheit.

Wer mit den verschiedenen Möglichkeiten einer guten "Schlafhygiene" nicht weiter kommt, sollte bei länger anhaltenden Schlafbeschwerden in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

 

Mehr zum Thema finden Sie hier: Schlafhygiene und gesunder Schlaf

 

Quellen und weiterführende Links zum Thema:

Andrea Blank-Koppenleitner: Schlafstörungen. www.apotheken-umschau online (Umfassender und nützlicher Ratgeber!)

Sabine Dobel: Schlafentzug schädigt das Gehirn. Hamburger Abendblatt online vom 16.9.2014

 

Bildnachweise: Chraecker/pixabay, Bluesnap/pixabay

 

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