Kürbis – vielseitig, farbenfroh und gesund

Kürbis ist DAS Herbstgemüse überhaupt. Ob in leuchtendem Orange, blass und birnenförmig oder als melonenartiges Gewächs – die bunte Vielfalt dieser schönen Frucht macht an sich schon gute Laune.

Dr. phil. Kerstin Engels

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Kürbisse pixabay fall-68989 640-2Kürbisse sind äußerst dekorativ, speziell die extra zu diesem Zweck gezüchteten und teils fantastisch anmutenden Zierkürbisse.

Doch auch bei den Speisekürbissen gibt es eine große Auswahl. Sie lassen sich zu unendlich vielfältigen Gerichten verarbeiten, von einfach und lecker bis raffiniert und exotisch. Und zudem ist Kürbis auch noch sehr gesund.

Vielseitiger Genuss

Die Beliebtheit des Kürbisses hat bei uns rasant zugenommen, seit aus den USA das Gruselfest Halloween herübergeschwappt ist. Der Spaß an den ausgehöhlten und mit Gesichtern verzierten Riesenfrüchten hat schon vor Jahren zu einer Renaissance dieses vielseitigen Gemüses geführt.

Die Zubereitung von Kürbisgerichten war lange Zeit wenig einfallsreich und beschränkte sich mehr oder weniger auf die klassische Kürbissuppe und süß-sauer Eingelegtes. Das hat sich mittlerweile ganz und gar geändert, und es gibt es ein wahres Universum an köstlichen Kürbis-Rezepten. Ob gebacken, gekocht, gebraten oder gegrillt – in unendlichen Kombinationen und Variationen bereichert er heutzutage unsere Herbstküche. Gesunden Genuss bieten außer dem Fruchtfleisch auch die Kürbiskerne. Das aus den Kernen gewonnene Öl ist sogar eine begehrte Spezialität.

Der Kürbis stammt ursprünglich in verschiedenen Sorten aus Zentral- und Südamerika. Er ist genau genommen eine Beerenfrucht mit harter Schale. Vermutet wird, dass er schon vor 10.000 Jahren angebaut wurde. Im 16. Jahrhundert kam er nach Europa. Heute ist das Gewächs mit hunderten von Sorten weltweit verbreitet und in unterschiedlichen Spielarten beliebt.

Die beliebtesten Kürbissorten

Eine besonders steile Karriere hat der Hokkaido-Kürbis gemacht. Er kommt aus Japan und hielt erst vor etwa 20 Jahren Einzug in unsere Küchen. Mittlerweile ist der Hokkaido zum beliebtesten Kürbis aufgestiegen. Kein Wunder, denn ein großes Plus ist, dass die Schale mitgegessen werden kann. Die Zubereitung ist also deutlich unkomplizierter als bei anderen Sorten. Außerdem ist er nährstoffreicher als andere Sorten.

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Viel Zuspruch finden hierzulande aber auch der birnenförmige, nussig schmeckende Butternusskürbis (Butternut) und der fruchtige, grüne Muskatkürbis. Besonders für Eingelegtes und Gebackenes eignet sich dagegen der weit verbreitete Gelbe Zentner. Er wird normalerweise in Scheiben angeboten, gehört er doch zu den Schwergewichten – die im Handel erhältlichen Exemplare wiegen im Ganzen bis zu 50 Kilogramm.

Neben den typischen Winterkürbissen gibt es verschiedene Sorten, die in den Sommermonaten geerntet werden. Dazu gehören unter anderem Zucchini. Auch der Spaghettikürbis zählt zu den Frühgewächsen. Sein Fruchtfleisch erinnert tatsächlich an Spaghetti und lässt sich auch so zubereiten, zum Beispiel mit Tomatensauce. Er bietet damit eine sehr interessante Alternative zur Pasta: kalorienarm, basisch, Low-Carb und auch bei Glutenunverträglichkeit geeignet.

Manche Sorten können mit mehr als einem Meter Durchmesser sehr groß werden – in manchen Fällen wiegen sie dann schon mal über 500 Kilogramm. Echte Fans veranstalten daher regelrechte Wettbewerbe.

Die vielen unterschiedliche Zierkürbisse sind dagegen nur für Dekorationen geeignet – hübsch aber ungenießbar. Das liegt an einem leicht giftigen Bitterstoff, der Übelkeit verursacht.

Wann gibt es Kürbis?

Die Erntezeit für Winterkürbisse ist in Deutschland von September bis November. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sie noch einen Stiel haben und fest sind. Ein reifer Kürbis ist daran zu erkennen, dass er beim Klopfen etwas hohl klingt.

Da sich Kürbisse sehr gut lagern lassen, sind sie fast den ganzen Winter hindurch erhältlich. Zu Hause halten sich die meisten Sorten im Ganzen bei kühlen Temperaturen zwischen 10 bis 13 Grad bis zu mehreren Monaten. Allerdings vertragen sie keinen Frost. Ein angeschnittener Kürbis kann einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Kürbis in der Küche

Bei der Zubereitung sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt. Kürbis lässt sich kochen, dünsten, braten, grillen oder backen. Als Gemüsegericht kann er sehr gut mit anderen Gemüsesorten, Pilzen und Kräutern kombiniert werden. Er ist eine ideale Basis für köstliche Pürees und ebenso für die beliebte Kürbiscremesuppe. Auch Aufläufe, Eintopf und Eingelegtes sind mit Kürbis leicht zu zaubern. Und als wäre das nicht genug, schmeckt er sogar als Süßspeise. Aus dem Gelben Zentner beispielsweise lassen sich wunderbare Kuchen, Puddings oder Konfitüren fabrizieren.

Abgesehen von dem Fruchtfleisch bereichern auch die Kürbiskerne den Speiseplan. Sie schmecken zum Beispiel über Salat gestreut, im Müsli oder auch pur geknabbert.

Und natürlich darf das intensiv schmeckende Kernöl in der Kürbisküche nicht fehlen. So veredelt der Tropfen Öl erst die Kürbissuppe - dazu gleich ein einfaches (leicht exotisches) Rezept. Außerdem gibt der einzigartig nussige Geschmack des Öls Salaten ein besonderes Aroma. Zum Beispiel lässt sich daraus sehr einfach ein köstliches Dressing für Blattsalate herstellen. 

Hier ein Rezept für eine köstliche Kürbissuppe (exotisch mit Kokosmilch)

Kürbis ist gesund

Viel Kürbis zu essen tut gut. Das Fruchtfleisch im Kürbis besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Pro hundert Gramm hat Kürbis dadurch nur 25 Kalorien und hält schlank – je nachdem, was man daraus macht.

Doch im Kürbis stecken auch wertvolle Nährstoffe. Vor allem die gelben und orange leuchtenden Sorten sind reich an Beta-Carotin, der Vorstufe des Vitamin A. Carotinoide schützen als Antioxidantien die Zellen. Sie sollen Herz- und Gefäßkrankheiten ebenso mit abwehren wie Krebs. Zudem ist Vitamin A wichtig für die Funktion der Augen.

Kürbis trägt darüber hinaus wesentlich zur Versorgung mit Vitamin B6 und Vitamin C bei. An Mineralstoffen enthält er insbesondere Kalium, das wichtig für den Blutdruck und das Funktionieren der Muskeln ist.

Gesund sind außerdem die Kürbiskerne. Ihr Kaloriengehalt liegt allerdings bei beachtlichen 450 Kalorien pro hundert Gramm. Besonders wertvoll ist das aus den Kernen gewonnene Kürbiskernöl. Kürbiskerne und Kürbiskernöl enthalten unter anderem viel Vitamin E und tragen damit zum Schutz der Zellen und des Herz-Kreislaufsystems bei. Darüber hinaus leisten insbesondere die essentiellen Fettsäuren einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit.

Kürbiskernöl gilt als hilfreich bei Prostatabeschwerden und Blasenproblemen. Zudem enthält es sogenannte Phytosterole, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken sollen. Für diese medizinischen Anwendungen werden Kürbiskerne aus eigens gezüchteten Medizinalkürbis-Sorten verwendet.


Links und Quellen

Antal Bognar: Nährwert- und Vitamingehalte ausgewählter Winterkürbissorten, Ernährungs-Umschau 53 (2006) Heft 8, S. 305-8 (online) 

www.kuechengoetter.de: Das Einmaleins der Kürbissorten (online, abgerufen 24.9.2014) 

www.kuerbis-company.de (online, abgerufen 24.9.2014)

Robert Menasse: Heimat des hinkenden Vergleichs, Süddeutsche Zeitung vom 9.10.2003 (online)

Erica Bänziger: Kürbiskerne - Kürbiskernöl: Für Küche und Hausapotheke, Weil der Stadt 2001 (Print)

 

Bildnachweis: 15299/pixabay

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