Knoblauch: Gewürz und Heilmittel

Knoblauch ist nicht nur eine der wichtigsten Zutaten in vielen Küchen auf der ganzen Welt. Knoblauch ist auch eine der ältesten Heilpflanzen, der zudem sagenumwobene Eigenschaften zugeschrieben werden - denkt man zum Beispiel an die Abwehr von Vampiren. Darin steckt ein wahrer Kern.

Knoblauch CartoonKnoblauch stammt ursprünglich aus Asien und war schon in der Antike verbreitet. Von den ägyptischen Pyramidenarbeitern ist überliefert, dass sie eine tägliche Ration Knoblauch als Stärkungsmittel bekamen. Im Mittelalter wurden die medizinischen Eigenschaften des Knoblauchs gegen die Pest eingesetzt.

Die Tierheilkunde verwendet Knoblauch zur Abwehr von Parasiten und Würmern. Und in Asien gilt Knoblauch seit jeher auch als Aprhrodisiakum. Heutzutage stammen mehr als drei Viertel des weltweit angebauten Knoblauchs aus China.

Verwendung

Die Knoblauchknolle ist eine Pflanzenzwiebel, die aus etwa 20 einzelnen Zehen mit einem scharfen und sehr würzig-aromatischen Saft besteht. In der Küche gehört Knoblauch zu den beliebten Gewürzen, besonders in den Mittelmeerländern, im arabischen Raum und in großen Teilen Asiens. Ob ein italienisches Spaghetti-Gericht, griechisches Tzatziki oder orientalischer Hummus – immer gehört Knoblauch zum typischen Aroma. Auch in indischen Currygerichten oder in der Wok-Pfanne ist Knoblauch ein fester Bestandteil.

In der Regel werden die Knoblauchzehen aus der Haut geschält und dann kleingeschnitten oder zerdrückt – am einfachsten mit einer Knoblauchpresse. Knoblauch schmeckt frisch ebenso wie leicht gedünstet oder etwas angeschwitzt. Wenn er zu scharf gebraten wird, schmeckt er leicht bitter. Für ein leichtes Aroma, etwa in einem Salatdressing, kann eine Knoblauchzehe auch in etwas Öl ziehen und dann wieder entfernt werden.

Wirkstoffe im Knoblauch

Entscheidend für die gesundheitlichen Wirkungen des Knoblauchs sind schwefelhaltige Verbindungen, speziell das in der ganzen Zehe vorhandene Alliin. Beim Zerkleinern der Zehen wandelt sich Alliin in weitere Schwefelverbindungen um, darunter Allicin, das den typischen Knoblauchgeruch verströmt, und ein weiteres Abbauprodukt namens Ajoen. Diese Sulfide wirken unter anderem antimikrobiell und antiparasitär, entzündungshemmend und antithrombotisch.

Gesundheitliche Wirkungen

Viele positive Effekte der Schwefelverbindungen im Knoblauch sind schon gut erforscht. Zu den wichtigsten gesundheitsfördernden Wirkungen des Knoblauchs zählen die Abwehr von Infektionskrankheiten, eine Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und die Verbesserung des Blutflusses.

Auch als Mittel zur Vorbeugung von Krebs wird Knoblauch häufig genannt.

Stark gegen Erkältungen und andere Infektionen

Knoblauch hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen und bekämpft sogar Viren. Mit diesem antimikrobiellen Effekt hilft die Knolle bei der Abwehr von Infektionskrankheiten, was beispielsweise für Erkältungen nachgewiesen wurde. Auch eine vorbeugende Wirkung gegen die bakteriell verursachte Parodontonse ist erwiesen.

Senkt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall

Der regelmäßige Genuss kann die Blutgefäße schützen. Studien konnten belegen, dass Menschen, die viel Knoblauch essen, seltener Herz-Kreislauf-Krankheiten bekommen. Der Grund liegt vermutlich einerseits darin, dass die Schwefelverbindungen den Cholesterinspiegel im Blut absenken – eindeutig sind die Forschungsergebnisse hier bisher nicht. Ein zweiter Effekt des Knoblauchs ist seine gerinnungshemmende (antithrombotischhe) Eigenschaft. Die Knolle beugt somit einerseits Ablagerungen in den Blutgefäßen vor und verbessert andererseits mit seinen antithrombotischen Eigenschaften den Blutfluss. Beides mindert das Risiko von Erkrankungen wie dem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Vorbeugung gegen Krebs

Auf vorbeugende und lindernde Effekte lassen Untersuchungen auch beim Magen- und Darmkrebs schließen. Möglicherweise senkt Knoblauch auch das Blutkrebsrisiko. Entscheidend ist dafür die antioxidative Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe, vor allem des Allcin und seiner Abbauprodukte. Sogenannte Antioxidantien können freie Radikale neutralisieren. Freie Radikale sind Stoffe, die Zellen schädigen und entarten lassen können.

Therapeutische Verwendung

Wer Knoblauch aus gesundheitlichen Gründen zu sich nimmt, sollte ihn vor allem regelmäßig konsumieren. Empfohlen wird zu diesem Zweck eine durchschnittliche tägliche Menge von vier Gramm bzw. etwa ein bis zwei Zehen. Die Wirkstoffe sind besonders in rohem, gepresstem oder klein geschnittenem Knoblauch enthalten, aber auch leicht angeschwitzt oder kurz gekocht ist Knoblauch nicht nur ein Genuss sondern auch gesund. Wer den Geschmack nicht mag, kann auf Tabletten und Dragees zurückgreifen.

Allerdings sollten regelmäßige höhere Dosierungen mit dem Arzt besprochen werden. Vor allem wer blutverdünnende Mittel nimmt, sollte ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt keine hochdosierten Knoblauchpräparate nehmen, weil der gerinnungshemmende Effekt dadurch möglicherweise verstärkt wird. Bei einer Unverträglichkeit kann es außerdem zu Magen- oder Darmbeschwerden kommen.

Was tun bei Knoblauchfahne?

Leider riechen die schwefeligen Stoffe nach dem Genuss von Knoblauch etwas streng. Dies nehmen hauptsächlich Menschen wahr, die selbst keinen Knoblauch gegessen haben. Als Hausmittel dagegen soll ein Glas Milch helfen, den Geruch zu neutralisieren. Auch ätherische Öle kommen dabei gern zum Einsatz, etwa Pfefferminzkaugummis oder Kaffee, speziell zerkaute Kaffeebohnen. Doch diese Mittel helfen nur begrenzt, weil der Geruch nicht aus dem Magen kommt, sondern die Substanzen über die Lunge und die Haut abgegeben werden.

Häufig wird auch Chlorophyll empfohlen, das eine desodorierende und geruchsneutralisierende Wirkung hat. Eine Möglichkeit, sich dies zunutze zu machen ist, Petersilie zu kauen. Chlorophyll ist aber auch in Form von Dragees erhältlich. Vollständig lassen sich die Ausdünstungen jedoch nicht vermeiden. Wer also die gesundheitlichen Wirkungen des Knoblauchs schätzt, kann den Geruch zwar deutlich mindern, ihn aber nicht ganz verhindern.

 

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