Stressfaktoren: Die häufigsten Auslöser für Stress

Dr. phil. Kerstin Engels

Es gibt viele unterschiedliche Auslöser für Stress. Studien zeigen immer deutlicher auf, dass sich viele Menschen von den Anforderungen in ihrem Leben überlastet fühlen.

Obwohl es eine Menge Stressursachen gibt, die alle als mehr oder weniger belastend erleben, kann Stress aber doch individuell ganz unterschiedlich ausfallen. Was für manche Menschen Stress bedeutet, erleben andere unter Umständen ganz anders.

Stressursache Nr. 1: Im Arbeitsleben der Job

Zu den häufigsten Ursachen zählt der Stress im Job. So ist mittlerweile fast jeder sechste Krankschreibungstag in Deutschland psychisch bedingt. Wie der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse zeigt, sind Erwerbspersonen zwischen 15 und 65 Jahren durchschnittlich knapp zweieinhalb Tage im Jahr zum Beispiel aufgrund einer Depression, einer Belastungs- oder Angststörung krankgeschrieben.

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Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlichte 2012 in einem Stressreport Zahlen, die eine zunehmende psychische Belastung durch Termin- und Leistungsdruck belegen.

Danach gehören zu den Ursachen für beruflichen Stress neben hohem Zeitdruck schlechte Organisation, Lärm, ein unsicherer Arbeitsplatz, aber auch fehlende Anerkennung und Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen.

Frauen fordern sich stärker als Männer

Aufschlussreich ist aber auch die Anfang 2014 erschienene Stressstudie der Techniker Krankenkasse. Bei fast jedem zweiten Erwachsenen in Deutschland ist zwar der Job Stressfaktor Nummer eins.

Direkt danach folgen aber bei vier von zehn Befragten die hohen Ansprüche an sich selbst. Diesen Stressfaktor nennen Frauen zu 48 Prozent und Männer zu 35 Prozent.

Stress im Privatleben

Stressfaktoren können aber auch eine Vielzahl von sozialen und emotionalen Belastungen im persönlichen Umfeld sein, wie zum Beispiel Stress im Familienleben und Beziehungsprobleme, oder auch permanente Streitigkeiten mit Nachbarn. Der TK-Studie zufolge belasten jeden Dritten private Konflikte.

Häufige private Stressursachen sind auch die Krankheit einer nahestehenden Person, Haushalt und Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen. Unter diesen Stressursachen leiden Frauen deutlich stärker als Männer.

Stressfaktor Geldsorgen

Zudem besitzen Situationen, die als existenzgefährdend erlebt werden, wie Arbeitslosigkeit oder große finanzielle Belastungen, ein hohes Stresspotenzial. Immerhin mehr als jeder Vierte der Befragten in der TK-Studie fühlt sich durch Geldsorgen gestresst.

Stress hat auch subjektive Ursachen

Interessant ist darüber hinaus, dass Stress stark von der persönlichen Einstellung abhängig ist, also davon wie eine Situation subjektiv erlebt und bewertet wird. Perfektionismus und überzogene Erwartungen an sich selbst können beispielsweise großen Dauerstress auslösen.

Auch eine pessimistische Grundhaltung, die davon ausgeht, dass das eigene Handeln wirkungslos ist und keine Aussicht auf Erfolg hat, verursacht Stress. Ein Mensch mit dieser Einstellung erlebt sich vor allem als hilflos gegenüber einer feindlichen Umwelt.

Solche Bewertungsmuster sind manchmal tief verwurzelt, weil sie früh erlernt und dann immer wieder bestätigt wurden. Das „Umlernen“ ist daher oft ein langer Reflexions- und Übungsprozess.

Stressursachen genau analysieren

Die Stressstudien zeigen: Einerseits scheint sich wachsender Stress zu einer regelrechten Volkskrankheit zu entwickeln. Andererseits gibt es viele individuelle Möglichkeiten, Stress zu bewältigen.

Dauerstress ist inzwischen als eindeutig gesundheitsschädlich erkannt. Für eine bessere Lebensqualität lohnt es sich also, die individuellen Ursachen herauszufinden und nach Lösungen zu suchen.

Hier finden Sie einen Artikel mit weiteren Informationen zum Thema Stress.



Bildnachweise: LoboStudioHamburg/pixabay.de; Grafik: obs/TK Techniker Krankenkasse/Quelle: Techniker Krankenkasse